Freitag, 9. Dezember 2016

Rezension 365 - Wenn die Masken fallen von Isabel Kritzer

Autor: Isabel Kritzer


Verlag: Papierfresserchen
Sprache: Deutsch
Taschenbuch, 382 Seiten

ISBN: 978 3861966333



Muss ich haben :)

Erster Satz: 
Mit sechs Monaten London, mit zwölf Monaten Moskau, im Verlauf der nächsten zweiundzwanzig Jahren folgte nach und nach die Bereisung der sieben bewohnten Kontinente dieser Welt. 
Zitat:
In der Gesellschaft herrscht kein Gleichgewicht des Gebens und Nehmens. In der Masse vergaß die Menschheit die Menschlichkeit und fuhr die Ellenbogen aus. Den meisten ging es immer nur um besser, schöner, schneller, reicher. Darum, das Superlativ an der Spitze zu stehen. Dabei verlernten, sie entweder, sich auf anderen einzulassen, oder sie taten es bewusst nicht. 

Klappentext:
1 JUNGE FRAU ERLEBT
1 GANZ BESONDERES JAHR!
Wer wünscht sich nicht ein bisschen mehr Pep, eine Prise Erfolg?
Die Studentin Charlotte Clark nimmt sich vor, in 365 Tagen etwas Außergewöhnliches zu erleben. Immer tiefer gerät sie dabei in einen Sog aus Liebe, Loyalität, Kälte und Lügen. Mit jedem weiteren Einblick in die Welt der High Society und das Firmenimperium ihres Vaters locken Reichtum, Macht und Zugehörigkeit. Doch was geschieht, wenn hinter der Fassade Abgründe lauern? Wo liegt die Grenze zwischen persönlich motivierter, medizinischer Forschung, familiärer Vergangeheit und dem Streben nach Wirtschaftlichkeit?
Fazit:  
Am Anfang stellt sich uns Charly vor und versucht ein möglichst realitätsnahes Bild von sich zu zeigen und möchte dann wissen, was sich in 365 Tagen verändert hat und ob sie immer noch die gleiche sein wird. Diese Idee finde ich total spannend, weil wie oft macht man so was. Man verändert sich zwar, aber schenkt man dem wirklich Aufmerksamkeit? Toll fand ich auch, dass man im Prolog das Gefühl hat, als würde Charly direkt mit einem sprechen, so hat man gleich einen ganz anderen Bezug zu ihr und man kann sich mit ihr zusammen auf das Kommende einlassen.

Charly erlebt in diesen 365 Tagen so ein Auf und Ab der Gefühle. Durch die Schreibart von Isabel Kritzer fühlt man mit Charly mit, man hat stellenweise echt einen Knoten im Magen und fragt sich mit ihr, ob das jetzt wirklich geschieht. Was oft hinter der Fassade geschieht, macht einem irgendwie nochmal klar, das nicht alles so ist, wie es scheint. Charly macht so einiges in diesen Tagen durch, ich möchte dazu gar nicht so viel sagen, weil man es einfach selbst gelesen haben muss :)

Es ist faszinierend zu beobachten, wie Charly sich im Laufe des Buches verändert und neue Einsichten gewinnt. Auch welchem Einfluss sie von außen untersteht und wie man selbst dann gar nicht mal sofort mitbekommt. 

Dieses Buch regt definitiv zum nachdenken an, und dies auf so vielen Ebenen. Es ist wirklich der Hammer wie sehr dieses Buch einen Nerv bei einem treffen kann. Wie Charly so schön treffend sagt: "Ein weiteres Jahr voller Möglichkeiten liegt vor mir und ich verspreche mir selbst, es zu nutzen. Schließlich bin ich mir nun bewusst, wie viel in dreihundertfünfundsechzig Tagen passieren kann."

Bewertung:
"Weißt du, warum die Wut bleibt, wenn die Trauer geht? fragte Sarah sie urplötzlich. Charly schüttelte konsterniert den Kopf. "Weil sie nicht wehtut. Und doch ist sie wie ein zu kleines Pflaster, das wir über die Wunde zu kleben versuchen. Das Problem ist, dass es immer reibt. Die Verletzung bricht stets von Neuem auf. Lassen wir es stattdessen einfach weg, heilt sie vielleicht."

1 Kommentar:

  1. Hallo und guten Tag Jenny,

    besonders den letzten Satz mit Wut und Trauer, finde ich es sinnig und damit wahr!!

    LG..Karin...

    AntwortenLöschen